Frankreich

Es fielen die Blätter sehr oft, in ihrer eigenartigen, seltsam morbiden Farbe so viele Jahre hintereinander, bevor es zu dieser Veränderung kam? Auch spielte das Licht in all diesen Jahreszeiten sein eigentümliches Spiel, fiel durch unzählbare, mit Chlorophyll gefüllte und entleerte Blätter und Baumkronen, durch Augenlider, auch durch die geschlossenen. Drang in Gehirne hinein, entwickelte in seinem physischen Rückzug eine biochemisch empfundene Romantik, suchte sich einen gedanklich gefüllten Gefühlsraum, um sich in dunklen Begriffen zu verlieren. Zurück blieb ein einfacher Ort, von dem aus die Welt zu bereisen mehr als verlockend erschien, ja, mehr als das; die Welt und die Vorstellungen von einem besseren Leben, das ja immer möglich ist. Aber als ich dich wiedersah, nach all dieser verdrängten Zeit, gab es einen Knick in dieser Zeitlinie, und nur die Essenzen, Erfahrungsspitzen sind geblieben, der Rest einfach verschluckt von einem Wesen namens Schicksal vielleicht. Diese Reise, wie befreiend doch in allem, wie geheimnisvoll zugleich.

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Die kleine, französische Rose

Dem Königsturme gegenüber, 
halb verwunschen liegt er da,
ein Rosengarten wunderbar.

Die kleine Hand uns führte,
zum wohlen Dufte hin:
Zu seinem grünen Rand
in längst vergessenes Land.

Strahlend blaue Augen
saugten diese Schönheit auf,
wir konnten es kaum glauben,
des Mädchens freien Lauf.

Sie nahm mit jedem Schritte
eine Rose in die Hand,
und mit jedem Tritte
einen neuen Duft sie fand.

Die Blumen uns zu zeigen
war ihr sehr viel Plaisir,
das ist der Kinder eigen
und davon lernen wir.

Sie ließ sie bald alleine
und strahlte selbst wie eine.
Und alle sehr mit ihr.

Dem Königsturme gegenüber,
halb verwunschen liegt er da,
und ruft das Kind in dir.
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Wände

Die Erinnerungen an die einstigen Wohnungen fallen alle unterschiedlich aus. Wie die Menschen, die sie betraten. Manche Menschen nehmen dich mit in weitere Wohnungen. Auf Reisen und Abenteuer. Wieder Erinnerungen und neue Wege, Orte, bestimmte Plätze. Diese eine Vase, jene besondere Pflanze. Vater stand am Fenster einmal und schaute auf das Treiben der Menschen. Dies gefalle ihm gut, diese Aussicht. Aber du warst nie da, sahst nie das kleine Glück und die Einsamkeit, eingeschlossen von ein paar Wänden, die ein wenig die Kälte abhielten. Die dich umarmten und eurer tiefen Liebe lauschten.

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Sand

Am Strand kräftiger Wind, man liegt und schaut auf die Wellen, die einem die Zeit akustisch ins Gesicht drücken. Menschliche Laute halten dem ein verspieltes Leben entgegen. Gebautes wird zu einem Augenblick abgerissen und fortgespült. Auf und ab. Weit fort warst du, abgerissen vom Land unterwegs auf einer anderen Welle. Die Vögel gaben dazu unendliche Kommentare. Ich legte den Hinterkopf in den Sand, sah in die Sonne und lauschte der verlorenen Zeit.

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„Aus der immer anderen Zeit“

Unter dem Titel „Aus der immer anderen Zeit“ wurde die Lyrik neu editiert:

– „Aus der immer anderen Zeit“, 2017, Lyrik. 116 Seiten. ISBN: 978-3-7450-8305-7.

 

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