Gedanken vor einem brennenden Ofen

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Zunächst einmal: Danke, Prometheus!

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Diese Geräusche züngelnder Flammen, die zunehmende Wärme in Strahlen, die auf die kalte Haut treffen und noch mehr auf die Kälte in mir drin.

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Alles wird immer wärmer, auch die Gedanken. Und heller.

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Holz vergast. (Wissenschaft)

Das Holz brennt. (Alltag)

Wo ist die Poesie?

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Feuer ist Leidenschaft, Hingabe, ist Schmerz und Leid.

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Ein brennender Ofen ist ein Sehnsuchtsort.

Oder wird hier Sehnsucht verbrannt?

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Nur drei Likes für den Live-Stream auf Insta. Kalt ist die Welt da draußen.

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Feuer wirft dunkle Schatten. Mehr erkennen wir auch nicht.

So eine Brennkammer ist gleich einer Höhle.

Wie ein Brustkorb, in dem es auch brennen kann.

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Hypnos versetzt mich allmählich in einen tragenden, wohligen Schlummer, vor einem brennenden Ofen sollte immer ein Kissen liegen. Angst habe ich nur vor Morpheus, seinem Sohn, der die schönen Träume bringt. Dessen Knecht, der Sandmann, hat schon gute Arbeit geleistet. Oder war es ein anderer, dem ich meine Augen lassen musste?! Ich muss wohl eingeschlafen sein…

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Erfrischende Kälte zeichnet den Morgen vor einem ausgeglühten Ofen aus. Nebelgeister schweben draußen über das Gras, alles ist still und einsam.

Bis man wieder zu leben beginnt.