Herbstgedicht 2020

Alle diese Jahre, in ihrem Eigenleben,
ziehen hin und fragen nicht nach Sinn.
Alles nahm zu, alles nahm ab.
Die Bäume wuchsen, unser Baum,
sie werden grün und bunt und gelb und fallen,
Blatt für Blatt, des Lebens nimmer satt,
sehnsuchtsvoll... und manchmal viel zu früh
einer lösenden Erde entgegen.
So steht er da und bleibt.
Unser Weg schon lange, durch die Jahreszeiten
des Seins, vom Anbeginn aller goldenen Zeiten,
durch das silbrige Licht des Mondes,
und Herbststürme des Lebens und der
Erinnerungen...
in Worten und Bildern und Taten.
Mit jedem Blatt, das federleicht,
das es doch in sich hat.
Ein Wandel ewiglich, erst unbemerkt in aller
Alltag erhabener Blässe, dann königlich begleitet mit 
Kronenwunderwerk, Konstante vieler Leben,
trägt uns der Wehende, der Wind und weiterhin viel weiter
durch Laub und Schnee,
durch alle grüne Auen und alle
Sommer dieser Existenz.
Und dankbar dir für alle Zeit 
schau' ich zurück,
und auch nach vorn.